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Rezension
von Katharina Sander
Ausbilderin BM für Mediation
im Lebensgarten Steyerberg e.V.
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Marshall
B. Rosenberg Ph. D.
in einem Workshop im Lebensgarten in
Steyerberg |
Marshall
Rosenberg entwickelte die Gewaltfreie Kommunikation
um Menschen zu helfen, aus Depressionen herauszukommen,
für ihre Bedürfnisse einzustehen und das
Herz der GesprächspartnerInnen anzusprechen.
Er entdeckte in vielen Interviews und Studien, dass
die herkömmliche Sprache den Menschen meist
nicht ermöglicht, das zu erreichen, was sie
wirklich brauchen. Seit mehr als 30 Jahren lehrt
er nunmehr seine Methode der Gewaltfreien Kommunikation
in über 30 Ländern. Mittlerweile gibt
es viele Schulen, die Gewaltfreie Kommunikation
zu ihrer Grundlage erhoben haben, nicht nur in den
USA sondern auch in Israel und Jugoslawien. Ansätze
hierzu finden sich auch in Deutschland. Er unterrichtet
LehrerInnen und AusbilderInnen der Erwachsenenbildung,
Therapeuten und MediatorInnen. In Firmen und Krankenhäusern,
in Gefängnissen und Militärschulen, bei
der Polizei und in Kirchengemeinden, in Flüchtlingslagern,
und wo immer die Gewalt so groß ist, dass
Menschen ihn um Hilfe bitten, eröffnet er einen
Weg zu nachhaltiger Verständigung.
Seit
langem erwartet, liegt jetzt Marshall Rosenbergs
Hauptwerk in deutscher Sprache vor. Friedrich Glasl
schreibt in der Einführung: „Das Besondere
an der hier dargestellten Gewaltlosen Kommunikation
ist, dass sie die Grundlage für Konfliktlösung
in der direkten Auseinandersetzung von Mensch zu
Mensch bildet, die immer auch die Basis der Verständigung
zwischen Gruppen oder Staaten ist. Der Kern jeder
Konfliktbehandlung ist immer das direkte Gespräch
von Mensch zu Mensch."
Das
Buch stellt übersichtlich in zwölf Kapiteln
die Methodik der Gewaltfreien Kommunikation dar.
Gesprächsbeispiele aus dem reichen Erfahrungsschatz
von Marshall Rosenberg veranschaulichen den theoretischen
Ansatz.
Bewegend wegen seiner Aktualität ist zum Beispiel,
wie Marshall Rosenberg während einer Veranstaltung
in einem palästinensischen Flüchtlingslager
auf einen Mann eingeht, der, wissend, dass Marshall
Rosenberg Amerikaner ist, ihm Mörder"
entgegenruft, begleitet von ähnlichen Rufen
anderer: "Attentäter!"," Kinderkiller!",
"Mörder!" . Er spricht daraufhin
die Gefühle dieses Menschen an und verbindet
sich mit dem, was der Mann braucht und worum es
ihm geht. Das führt dazu, dass dieser Mann
schließlich seinen tiefen Schmerz zum Ausdruck
bringt. Marshall verdeutlicht im weiteren Verlauf
des Gesprächs die Gefühle und Bedürfnisse,
die hinter jeder Aussage stehen. Sobald sich der
Mann verstanden fühlt kann er zuhören.
Eine Stunde später läd’ ihn derselbe
Mann, der ihn Mörder genannt hatte, zu einem
Ramadan-Essen nach Hause ein. Wie sähe wohl
die Welt heute aus, wenn mehr Menschen in der Lage
wären, derartige Gespräche zu führen?
Das Buch motiviert, diese Sprache zu lernen.
Marshall Rosenberg weist darauf hin, dass dies eine
natürliche Sprache ist, eine Sprache, die das
Leben fördert, anstelle unserer häufig
lebensentfremdenden Sprache. Die Gewaltaspekte unserer
Sprache sind uns meist nicht bewusst. So geht Marshall
Rosenberg auch auf die Hintergründe unserer
Sprachkultur ein und weist auf Studien hin, die
den Einfluss der Sprache auf die Bereitschaft Gewalt
anzuwenden in der jeweiligen Kultur beschreiben.
Es wird Anstrengung erfordern unsere Gewohnheitsmuster
zu verlernen. Doch wird sie belohnt durch das, was
wir erhalten: Verständigung, die das tiefere
Wesen in uns berührt.
Unsere Befreiung von alten Mustern können wir
in unseren inneren Dialogen üben; auch dazu
finden wir Anleitung in dem Buch. Die einzelnen
Kapitel geben Anleitung und Anregung zu allen wichtigen
täglichen Gesprächssituationen.
Mediatorinnen und Mediatoren, die den Personenzentrierten
Ansatz in der Mediation verfolgen, finden hier die
Grundlagen für den Erfolg ihrer Arbeit.
Ein Buch, das zum einen in jedem Haushalt nützlich
sein kann und zum anderen auch die Sprache der professionellen
Helfer und Helferinnen revolutionieren wird. Zukünftig
werden sicher auch die Medien und der politische
Bereich von der Gewaltfreien Kommunikation profitieren.
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